An diesem Wochenende hatte ich mir vorgenommen, das neue WLAN in der SAS zu aktivieren. Wie schon zuvor beschrieben, kann dies leider nicht parallel und damit in einem gesicherten Umfeld geschehen, sondern muss auf einen Schlag und im ersten Wurf die alte Struktur ablösen. Der Plan war, dass ich am Samstag die Server aktiviere, damit die Berechtigungsprüfung und richtige Netzzuteilung funktioniert. Zudem wollte ich die Switches neu konfigurieren, damit diese mit der neuen Struktur auch umgehen können. Am Sonntag sollten dann die Primeboards und Drucker auf die neue Struktur umgestellt werden.
Das hat leider so nicht geklappt. Schade. Aber der Reihe nach.
Die Installation von Firewall und Server hat problemlos funktioniert. Ein Livetest hat gezeigt, dass alle Funktionen fehlerfrei arbeiten. Ich konnte mich an einem Access Point mit meinen persönlichen Zugangsdaten anmelden und wurde auch in das richtige VLAN sortiert. Soweit alles perfekt. Damit ist schon einmal die Basisstruktur vorhanden. Danach sollte es an die Switches gehen und da hörte der Spaß dann auf.
Wir haben eine ganze Menge Switches in den verschiedenen Häusern und eine Menge Verbindungen zwischen diesen. Da es sich um eine gewachsene und immer wieder aufgestockte Struktur handelt, folgt die Verkabelung keinem typischen Schema, sondern ist recht bunt durcheinander. Leider sind diese Verbindung nicht dokumentiert und es ist reine Detektivarbeit herauszufinden, welche Kabel wen mit wem verbinden. Das hat mich alleine im Haupthaus viel, viel Zeit gekostet. Vielmehr, als ich eingeplant hatte. Am Samstagabend nach über 11 Stunden in der SAS hatte ich immer noch keine vollständige Klarheit und habe abgebrochen. Nicht ohne bedeutsame Schritte vorwärts gemacht zu haben. Ich war aber noch nicht da, wo ich sein musste, damit ich hätte umschalten können.
Also habe ich gedacht, ich nehme den Sonntagvormittag für die letzte Klärung und den Mittag und Nachmittag für Boards und Drucker. Guter Dinge habe ich schon mal im Haupthaus alle Boards eingeschaltet und damit einen Überblick über die Portbelegung an den Switches bekommen. Es ist sehr wichtig zu wissen, an welchem Anschluss ein Access Point hängt oder ein Board oder etwas anderes. Nur dann kann der Switch auch richtig konfiguriert werden.
Es sah dann am Mittag schon so aus, dass ich die Switches im Griff hatte. Ich begann also mit der Konfiguration, die recht aufwändig ist, vertretbar, da sie ja nur einmalig erfolgt. Doch dabei zeigte sich, dass mir der letzte Schritt fehlte. Die letzte Verbindung von den beiden „Endswitches“ hin zum Serverrack war anders, als ich es vermutet hatte. Leider konnte ich dieses Geheimnis noch nicht lüften. Ohne jedoch die letzte Schnittstelle im Griff zu haben, ist die ganze Kette zum Scheitern verurteilt. Das Kartenhaus brach sozusagen zusammen und ich konnte die Switches so wie die daran befindlichen Boards und Access Points nicht mehr erreichen. Das war nicht schön.
So musste ich am späten Mittag auch im Angesicht der fortgeschrittenen Zeit mein Vorhaben aufgeben. Also wurden alle Switches im Gebäude wieder zurückgesetzt, alle Boards in allen Räumen wieder abgeschaltet und letztlich noch überprüft, ob alles wieder so lief wie zuvor. Das tat es und ich konnte das Feld beruhigt räumen.
Ein Desaster? Eine Niederlage? Nein, denn ich konnte einen entscheidenden Wissensgewinn mitnehmen. Ich habe die Struktur des Netzwerkes besser im Griff und kann den nächsten Versuch von einem deutliche besseren Punkt aus starten.
Das grundsätzliche Problem ist aber natürlich weiterhin, dass es für die Verkabelung keine Dokumentation gibt. So ist man auf viel Detektivarbeit und auf viele Tests angewiesn, damit man Klarheit erlangt. Ein wenig davon habe ich nun, es fehlt aber noch etwas. Insgesamt hat mich das Vorhaben an diesem Wochenende über 20 Stunden Arbeit gekostet. Ich denke aber, dass es sich gelohnt hat. Ich konnte das eine Ende mit Server, Firewall und Internetanbindung fertigstellen. Es ist getestet und sofort einsatzbereit. Ich konnte am anderen Ende viel Klarheit über die Verkabelungsstruktur gewinnen und auch hier schon erste Durchstiche erzielen. Es fehlt nun noch das Verbindungstück. Aber auch das werde ich noch rausfinden.
Den Einsatz des neuen WLANs müssen wir wieder einmal etwas aufschieben. Ich hoffe, dass ich am kommenden Wochenende das Mittelstück in den Griff bekomme und dann kann ich auch umschalten.