Am 12. und 13. Februar haben mein Kollege und ich in der Marienschule das neue WLAN aktiviert. Dieses basiert auf der neuen Netzstruktur, die im Zuge des Digitalpaktes verlegt wurde. Die Voraussetzungen hierfür hatte ich in den letzten Monaten schon geschaffen, so dass mein Kollege und ich die beiden Tage genutzt haben, um möglichst alle relevanten Dinge auf einmal umzustellen.
Der Mittwoch war dann als Einkehrtag ganz gut geeignet, um das neue WLAN auszuprobieren. Dabei zeigte sich, eigentlich wenig überraschend, dass alles lief. Die Drucker konnten aus dem neuen WLAN genutzt werden, die AirServer konnten aus dem WLAN angesprochen werden und die Anmeldung mit den persönlichen Zugangsdaten funktionierte auch. Ebenso natürlich auch die Sperre für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die nicht über das WLAN in das Internet dürfen.
Da das System, welches ich in den letzten zwei Jahren entwickelt und konstruiert habe, bereits in einigen der anderen Schulen eingeführt wurde und dort auch stabil läuft, war das Funktionieren als solches eher nicht verwunderlich. Anders als früher, werden alle unsere Schulen mit einem einheitlichen System ausgestattet. Dabei sind die Schulen mit einer minimalen IT ausgerüstet und eng verzahnt mit unserem Data Center und den dortigen Cloud Systemen. Dies trägt wesentlich dazu bei, dass die Administration der IT nun nicht an den Lehrkräften hängen bleibt und diese wertvolle Unterrichtszeit dadurch verlieren. Vielmehr ist das Ziel, wenn denn alles vollständig umgestellt ist, dass die IT von den IT-Verantwortlichen der Schulgesellschaft administriert und gewartet wird. Derzeit sind wir zu zweit, erwarten aber noch die Einstellung eines dritten Kollegen. Damit wären wir dann ganz gut gerüstet und könnten schnell und unkompliziert alle auftretenden Probleme lösen.
Das ist derzeit aber noch ein wenig Zukunftsmusik, da ja der dritte Kollege oder die dritte Kollegin geplant, aber noch nicht in Sicht ist. Zudem bin ich noch sehr, sehr stark damit beschäftigt, die neuen Strukturen an all unseren hessischen Schulen zu etablieren. Erst wenn dies einmal abgeschlossen ist, kommen die Vorteile zur Geltung. Wir sind auf einem guten Weg dorthin.
Aber zurück zu dem eigentlichen Thema, das WLAN in der Marienschule. Alles lief also ganz gut an und ich war recht zufrieden. Hatte sich der intensive Zeiteinsatz über Fasching doch gelohnt. Dass es Anfangs immer mal Probleme gibt, das ist selbstverständlich. Mal klappt die Anmeldung nicht so richtig, mal ist die neue Verbindung zum Drucker noch nicht etabliert und mal sind es ungewohnte Nutzungsvarianten, die einem das Leben schwer machen. Aber das sind Kleinigkeiten, die sich nach der Umgewöhnungsphase der Nutzerinnen und Nutzer schnell erledigen.
In der Marienschule trat nun aber Anfang dieser Woche eine ganz hässliche Sache auf. Plötzlich ging in dem neuen Netz fast nichts mehr. Die Performance war grottenschlecht, die AirServer waren nicht mehr sichtbar und auch das Ausdrucken über das neue Netz ging nicht. Am Montag hörte ich von der Katastrophe und es war schnell klar, dass hier ein systemischer Fehler vorlag. An dem System selbst aber konnte es nicht liegen, das war ja bereits in anderen Schulen getestet und hat keine Abweichungen in der Marienschule. Also blieben nicht viele Möglichkeiten. Da ich selbst mit dem Aufbau des Netzwerkes im Neubau der Ketteler LaRoche Schule terminlich fest eingebunden war, konnte ich nicht direkt nach Limburg kommen.
Aber es war fast sonnenklar, dass durch irgendeine Unachtsamkeit das alte Netz mit dem neuen Netz verbunden wurde. Da sich dort zwei Welten treffen und das neue Netz wesentlich komplexer und sicherheitstechnisch wesentlich weiterentwickelt ist, kam es hier zu einer solch massiven Störung. Man kann sich dies anschaulich wie einen Kurzschluss vorstellen, der da kreiert wurde. Das war bis zu diesem Zeitpunkt aber nur ein Verdacht.
Da der Fehler aber so massiv war, habe ich mich am Dienstag kurzfristig in Oberursel ausgeklinkt und bin nach Limburg gefahren. Viel Zeit hatte ich nicht, daher konnte ich nur schnell den Netzabschnitt lokalisieren, der für den Fehler verantwortlich war und diesen Abschnitt abschalten. Die betraf einen Teil der Räume im 2.und 3. Stockwerk. Damit hätten alle anderen Abschnitte problemlos wieder genutzt werden können, jedoch waren zu diesem Zeitpunkt schnell wieder alle auf das alte Netz, welches ja noch für eine Zeit aktiv bleibt, gewechselt. Das war schade. Der eigentliche Fehler war noch nicht lokalisiert, nur der Abschnitt im Netz erkannt.
Nun wollte ich ungern eine solch großen Abschnitt außer Betrieb lassen und bin am Mittwoch, ebenfalls wieder mit wenig Zeit nach Limburg gekommen und habe am Nachmittag den eigentlichen Fehler gesucht und gefunden. In einem der Räume hatte tatsächlich jemand das lose Ende eines sonst unbekannten Netzkabels einfach mal in einen Netzstecker gesteckt. Das genau war der besagte Kurzschluss. War das Kabel aus dem alten Netz eingesteckt, fuhr das neue Netz seine Dienste herunter. Kaum war der Stecker wieder draußen, fuhr das neue Netz alle seine Dienste wieder hoch.
Soweit wäre alles super gut gewesen. Fehler erkannt, behoben und das neue Netz hätte wieder voll und ganz seinen Dienst aufnehmen können. Hatte noch schnell getestet, Drucker funktionierten einwandfrei, alles gut. Hätte sich da nur nicht in meiner Hektik und sicherlich auch in meinem Ärger über dieses Missgeschick der Fehlerteufel eingeschlichen. Am Donnerstag erreichte mich dann die Nachricht, dass einige AirServer noch immer nicht ansprechbar wären. Da ich am Donnerstag partout nicht wegkonnte, kam ich heute, am Freitag noch einmal nach Limburg. Derweil fiel mir ein, dass ich den Switch im fehlerhaften Segment zurückgesetzt hatte. Zwar hatte ich danach die Sicherung der Konfiguration wieder eingespielt, diese repräsentierte aber leider nicht den aktuellen Stand. Das war die Ursache für die noch fehlenden AirServer. Ein echter Anfängerfehler. Zum einen hätte ich eine aktuelle Sicherung haben sollen, zum anderen hätte ich natürlich alles in Ruhe kontrollieren müssen, dann wäre es mir aufgefallen.
Heute war ich dann wieder einmal in Limburg und habe die fehlende Konfiguration nachgeholt. Bis auf drei AirServer sind alle wieder da. Was mit den dreien ist, konnte ich nicht untersuchen, da in den entsprechenden Räumen Unterricht war. Werde ich am Sonntagmorgen erledigen, da sind alle Räume frei.
Das also war los in dieser Woche. Der Grund, warum ich dies so ausführlich beschreibe ist einfach. Ohne dieses Wissen geht jeder und jede davon aus, dass das neue Netzwerk langsam, unzuverlässig und nahezu unbrauchbar ist. Das stimmt aber so nicht und ist lediglich der Eindruck von jemanden, der die eigentliche Ursache nicht erfahren hat. Daher möchte ich hier Klarheit schaffen. Ich kann versichern, dass die neue Netzstruktur völlig in Ordnung ist, sicher, zuverlässig und dass sie ein Gerüst für die Zukunft bildet. Das hat sich im Betrieb in den anderen Schulen gezeigt. Wie gesagt, ein wenig einrütteln müssen sich neue Dinge immer und allzu schnell wird dann das Neue als Schuldiger ausgemacht. Häufig sind aber andere Ursachen dafür verantwortlich. Daher hier mein Plädoyer: Nutzen Sie das neue Netz, testen und üben Sie damit und geben Sie mir umgehend und direkt Bescheid, wenn Dinge nicht funktionieren. Ich kümmere mich gerne darum und stelle sicher, dass etwaige Probleme beseitigt werden. Und haben Sie ein wenig Nachsicht und Geduld, wenn noch nicht alles bis in die Haarspitze perfekt funktioniert. Wir haben mit hoffentlich zukünftigen 3 Mitarbeitern in der IT zwar ausreichend Administrationskapazität, der Neuaufbau von Grund auf in allen 5 Schulen ist aber eine Herkulesaufgabe, die quasi nebenher erledigt werden muss. Daher dauern Dinge manchmal etwas länger und jede Schule hat den Eindruck, dass Sie immer zum Schluss dran ist. Das ist nicht so, alle Schulen laufen parallel in unterschiedlichen Stufen der Umstellung.
Also, lassen Sie mich wissen, wenn es Probleme gibt. Diese zu lösen ist mein Job, meine Aufgabe und meine Leidenschaft.
Peter